Nutzhanf heißen im Prinzip alle Hanfsorten, die nicht als Rauschmittel oder Medikament verwendet werden. Es handelt sich also sozusagen um den braven kleinen Bruder der THC-reichen Sorten. Nutzhanf darf in Italien höchstens 0,2 % THC enthalten (in Österreich 0,3 %) und hat meistens einen sehr hohen Anteil an Fasern (ca. 30-40 %). Trotz seines etwas biederen Namens hat der Nutzhanf aber jede Menge Potenzial! Denn die Pflanze wächst schnell, ist äußerst widerstandsfähig und benötigt keine Pestizide. Ob als Rohstoff für umweltfreundliche Textilien und Dämmstoffe, gesundes Hanfsamenöl oder wohlriechende Aromablüten: Der Nutzhanf ist eine wahre Wunderpflanze, dessen Einsatzmöglichkeiten bei Weitem noch nicht ausgeschöpft sind.




Hanf ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit, und dass sich aus Hanf hervorragender Stoff gewinnen lässt, wussten die Menschen seit der Antike: Bereits die alten Griechen kleideten sich gern in Textilien aus Hanf. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit verwendete man Hanf außerdem, um Papier herzustellen. Wusstest du, dass sowohl die Gutenberg-Bibel als auch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung auf Hanf-Papier gedruckt bzw. geschrieben wurden ?







Geschichtliches über Hanf

Hanf (Cannabis Sativa L.) ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. In China wurde er schon vor mindestens 10.000 Jahren genutzt. „Ma“, wie die Chinesen den Hanf nannten, lieferte ihnen nicht nur wohlschmeckende und nahrhafte Samen, auch die Stängel mit ihren nahezu unverwüstlichen Fasern wusste man schon früh zu schätzen. Bereits 2737 v. Chr. beschrieb der chinesische Kaiser Shen Nung in einer medizinischen Abhandlung wie Hanf als Heilmittel gegen „Malaria, Rheuma und viele andere Unpässlichkeiten“ eingesetzt werden kann.Die so vielseitig einsetzbare, schnell wachsende Pflanze mit ihren charakteristisch handförmigen Blättern konnte nur göttlichen Ursprungs sein. So verwundert es denn auch nicht, dass Hanf bei hinduistischen Zeremonien als Schutz gegen das Böse Verwendung fand. Von Buddha (ca. 800 v. Chr.) heißt es, er habe sich auf seinem Weg zur Erleuchtung nur von Hanfsamen ernährt.

Über Indien und die antiken Hochkulturen im heutigen Irak trat der Hanf seinen Siegeszug um die Welt an. In Europa sind die ältesten Funde ca. 5.500 Jahre alt und stammen aus dem Raum Tübingen (Deutschland). Die alten Griechen und ihre ägyptischen Nachbarn kleideten sich oft mit Hanf, aber auch die angenehme Wirkung von Cannabis-Gebäck, welches „Ausgelassenheit und Vergnügen hervorruft“ (Galen 200 n. Ch.) war bei ihnen bekannt und beliebt.Über die Jahrhunderte hinweg geriet die vielseitige Pflanze nie in Vergessenheit. So fand man die, im Jahre 565 n. Chr. bestattete, Merowinger- Königin Adelheid in ein Hanfkleid gewandet, das sie in die Ewigkeit begleiten sollte. Kaiser Karl der Große erließ um 800 n. Chr. mit seiner „Capitulare“ das erste Hanf-Gesetz. Es verpflichtete seine Untertanen zum Anbau dieser, für seine Kriegspläne wichtigen, Rohstoffquelle.Über Spanien fand im 13. Jahrhundert eine weitere Anwendung der Hanffaser ihren Weg nach Europa – Die Papierherstellung. So entstand in Nürnberg bereits 1290 eine erste Papiermühle auf deutschem Boden. Gutenberg druckte 1455 seine berühmte Bibel auf Hanfpapier und auch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung können wir nur deshalb Heute noch im Original bewundern, weil sie auf fast unverwüstlichem Hanfpapier verfasst wurde.



Nutzhanf Ernte 2016









Ich weis nicht ob Hanf die Welt retten wird, aber es ist das Einzige, das es kann!

Jack Herer