40 schöne Gedichte für jeden Anlass



MUT

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,
Was keiner sagt, das sollt ihr sagen,
Was keiner denkt, das wagt zu denken,
Was keiner anfängt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr´s sagen,
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein.

Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
Wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken,
Wo alle spotten, spottet nicht,

Wo alle geizen, wagt zu schenken,
Wo alles dunkel ist, macht Licht.

Franz von Assisi 



EIN TROPFEN WASSER


Er ist so unscheinbar und klein

Und doch trügt hier der Schein

Ein Tropfen kann klein doch flächendeckend,

ein Segen für die ganze Menschheit sein.

Er kann weite Strecken,

Sogar einen ganzen See bedecken.

Schau hin, er zieht auf seine stille Weise

Stetig immer größere Kreise.

Es tropft nur, doch es wird mehr und mehr

Der Wassertrog wird niemals leer.

Genauso wirkt in unserer Welt voll Krieg und Streit

Ein Tropfen Liebe, Lächeln, Zärtlichkeit.

Auch dieser zieht ganz leise

immer größere Kreise.

Evelin Dächer



Das Schöne bewundern,
das Wahre behüten,
das Edle verehren,
das Gute beschließen.


Es führet den Menschen
im Leben zu Zielen,
im Handeln zum Rechten,
im Fühlen zum Frieden,
im Denken zum Licht
und lehrt ihn vertrauen
auf göttliches Walten
in allem, was ist,
im Weltenall, im Seelengrund.

Rudolf Steiner



HIMMELHOCHJAUCHZEND ZU TODE BETRÜBT


Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein,
Hangen
Und bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt –
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.

Johann Wolfgang von Goethe

Alles ist aus dem Wasser entsprungen!!

Alles wird durch Wasser erhalten!
Ozean, gönn uns dein ewiges Walten.

Wenn du nicht in Wolken sendetest,
Nicht reiche Bäche spendetest,
Hin und her nicht Flüsse wendetest,
Die Ströme nicht vollendetest,


Was wären Gebirge, was Ebnen und Welt?

Du bist’s, der das frischeste Leben erhält.

Johann Wolfgang von Goethe


HOFFNUNG


Es reden und träumen die Menschen viel
Von bessern künftigen Tagen,
Nach einem glücklichen goldenen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.


Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling locket ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben,
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.


Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirne des Toren,
Im Herzen kündet es laut sich an:
Zu was Besserm sind wir geboren!
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.

Johann Christoph Friedrich Schiller



Fortsetzung folgt . . . . . .